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Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) zählt in Deutschland etwa 67.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Im frühen Stadium der Erkrankung zeigen sich keine Symptome. Rechtzeitig erkannt, ist Prostatakrebs gut behandelbar und nicht lebensbedrohend.

Die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut ist die wichtigste Methode zur Früherkennung von Prostatakrebs. PSA ist ein Eiweiß, das von der Prostata gebildet wird. Erhöhte PSA-Werte können auf ein Prostatakarzinom hinweisen, kommen aber auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung oder einer Entzündung der Prostata vor. Ein erhöhter PSA-Wert allein bedeutet daher nicht, dass Krebs vorliegt.

Männer ab 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren können sich nach einer ausführlichen ärztlichen Beratung für eine PSA-basierte Früherkennung entscheiden. Dabei werden sowohl die möglichen Vorteile als auch die Grenzen und Risiken der Untersuchung erläutert. Die Entscheidung für oder gegen einen PSA-Test sollte individuell und informiert getroffen werden.

Die Kontrollintervalle richten sich nach dem gemessenen PSA-Wert. Bei niedrigen Werten sind längere Untersuchungsabstände ausreichend, während bei höheren oder ansteigenden Werten weitere diagnostische Schritte erforderlich sein können.

Die PSA-Früherkennung kann dazu beitragen, klinisch bedeutsame Prostatakarzinome frühzeitig zu erkennen und damit die Heilungschancen zu verbessern. Gleichzeitig besteht das Risiko, Tumoren zu entdecken, die zu Lebzeiten keine Beschwerden verursacht hätten (Überdiagnose). Dies kann zu Untersuchungen oder Behandlungen führen, die möglicherweise nicht notwendig gewesen wären. Eine umfassende ärztliche Aufklärung über Nutzen und Risiken der PSA-Früherkennung ist daher ein wichtiger Bestandteil der Entscheidungsfindung.

Die digital-rektale Untersuchung (Tastuntersuchung) kann Bestandteil der urologischen Untersuchung sein, wird nach den aktuellen Leitlinien jedoch nicht als alleinige Methode zur Früherkennung des Prostatakarzinoms empfohlen.

Quellen:
Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 8.1, 2025. AWMF-Registernummer 043/022OL.
Mottet N et al. EAU Guidelines on Prostate Cancer, European Association of Urology (aktuelle Version).