
14.10.2026 – Ein kräftiger Händedruck könnte bei Männern etwas über die Stärke des Harnröhrenschließmuskels verraten. Dieser Muskel hilft dabei, den Urin zurückzuhalten. Eine Studie, die im September auf dem 78. DGU-Kongress in Düsseldorf vorgestellt wurde, fand einen möglichen Zusammenhang zwischen der Handkraft und dem Druck dieses Muskels – allerdings nur bei Männern, die (noch) nicht an der Prostata operiert worden waren.
Die Forschenden untersuchten 125 Männer ohne Prostataoperation und 84 Männer nach Entfernung der Prostata. Bei den nicht operierten Männern galt: Je stärker deren Handkraft, desto höher war im Durchschnitt auch der gemessene Druck des Schließmuskels. Bei den Männern nach Operation war dieser Zusammenhang hingegen deutlich schwächer. Außerdem war der Schließmuskeldruck bei ihnen im Durchschnitt niedriger.
Es wird vermutet, dass die Handkraft bei nicht operierten Männern ein Hinweis auf deren allgemeine neuromuskuläre Reserve sein könnte. Nach einer Prostataoperation könnten hingegen örtliche Veränderungen stärker beeinflussen, wie gut der Schließmuskel funktioniert.
Kann also ein einfacher Händedruck künftig helfen, das Risiko für eine Inkontinenz einzuschätzen? Das ist noch offen, so die Forschenden auf dem Kongress. Die Untersuchung war eine Querschnittstudie: Sie zeigte Zusammenhänge, kann aber weder Ursache und Wirkung belegen noch vorhersagen, wer später inkontinent wird. Ob die Handkraft also tatsächlich bei der individuellen Risikoeinschätzung hilft, müssen erst noch weitere Studien klären.
Quelle: Reitz A et al., Kongressbeitrag V35-03, Urologie 2026; 65 (Suppl 2): S104
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