
24.02.2026 – Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin wurden neue Daten zur Prostatakrebs-Früherkennung vorgestellt – mit einer klaren Botschaft: Nicht jeder erhöhte PSA-Wert bedeutet automatisch Krebs.
Bisher empfehlen die Leitlinien der European Association of Urology (EAU) bei einem PSA-Wert ab 3 ng/ml weitere Untersuchungen. Die große PROBASE-Studie zeigte nun, dass eine zweite Kontrollmessung viele Männer vor unnötiger, invasiver Diagnostik bewahren kann. Bei rund 40 Prozent der Männer im Alter von 45 Jahren mit zunächst erhöhtem PSA-Wert sank der Wert nämlich bei einer erneuten Messung wieder unter 3 ng/ml. Für diese Männer bestand also kein unmittelbarer Anlass für eine Biopsie.
Noch wichtiger ist aber, dass sich das Risiko für Prostatakrebs deutlich unterschied. Männer, deren PSA-Wert wieder unter 3 ng/ml fiel, hatten innerhalb von sechs Jahren ein Erkrankungsrisiko von etwa 8 Prozent. Lag der PSA-Wert hingegen dauerhaft über 3 ng/ml, betrug das Risiko rund 31 Prozent. Viele Biopsien blieben aber ohne Krebsnachweis. Häufigste Ursache für einen erhöhten PSA-Wert war in diesen Fällen eine gutartige Entzündung der Prostata (Prostatitis).
Fazit: Vor einer Biopsie sollte – wenn keine weiteren Risikofaktoren bestehen – unbedingt eine Kontrollmessung erfolgen. Das mache die Früherkennung gezielter, schone Ressourcen und erspare vielen Männern unnötige Eingriffe, so die Autoren auf dem Kongress.
Quelle: Krilaviciute A et al., DKK2026-618: Optimising the screening strategy for prostate cancer in young men – results from the PROBASE trial. Oncol Res Treat 2026; 49(suppl 1): 216
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