
18.02.2026 – Viele Männer denken bei Bluthochdruck an graue Haare und Rentenalter. Eine große schwedische Langzeitstudie zeigt jetzt jedoch: Schon leicht erhöhte Werte mit 18 Jahren können Jahrzehnte später die Herzkranzgefäße nachhaltig schädigen. Für die in JAMA Cardiology veröffentlichte Untersuchung wurden die Blutdruckwerte von 10.222 jungen Männern aus dem schwedischen Wehrpflichtregister (Durchschnittsalter: 18 Jahre) mit CT-Aufnahmen der Herzkranzgefäße rund 40 Jahre später verknüpft.
Und die Ergebnisse sind deutlich:
- 45,7 Prozent hatten im mittleren Alter bereits leichte bis moderate Verengungen der Koronararterien.
- 9 Prozent wiesen schwere Gefäßverengungen (Stenosen; ≥ 50 Prozent) auf.
Die Folgen eines zu hohen Blutdrucks in der Jugend lassen sich zudem auf eine einfache Formel bringen: Je höher der Blutdruck in der Jugend, desto stärker die spätere Atherosklerose. Der systolische Wert („oberer“ Blutdruckwert) ist dabei der stärkere Risikofaktor.
Selbst Blutdruckwerte ab 120–139/70–89 mmHg, die laut aktuellen europäischen Leitlinien noch als „erhöht“ gelten, steigerten das Risiko messbar.
Kurz gesagt: Der Blutdruck mit 18 ist ein klarer Vorhersagefaktor für die Gefäßgesundheit mit knapp 60 Jahren.
Doch warum ist das wichtig?
Atherosklerose entsteht schleichend. Jahrzehntelang spürt „Mann" nichts – bis es zu Angina pectoris, Herzinfarkt oder plötzlichem Herztod kommt. Diese Studie zeigt nun eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je höher der frühe Blutdruck, desto größer der spätere Schaden.
Es wurden nur Männer untersucht, wobei Faktoren wie Lipide oder Lebensstil nicht erfasst wurden. Dennoch ist die Botschaft eindeutig: Prävention beginnt nicht mit 40 – sondern bereits in der Jugend.
- Was können Männer konkret tun?
- Blutdruck regelmäßig messen – auch wenn man jung und fit ist,
- Kraft- und Ausdauertraining kombinieren,
- Salz- und Alkoholkonsum reduzieren,
- Bauchfett vermeiden und
- Stressmanagement ernst nehmen.
Tipp der DGMG: Bluthochdruck tut nicht weh, aber er hinterlässt Spuren. Wer früh gegensteuert, schützt seine Gefäße – und damit sein Herz – langfristig.
Quelle: Herraiz-Adillo Á et al., JAMA Cardiol. 2026; 11(1): 14–24. doi:10.1001/jamacardio.2025.4271
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