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02.05.2018 - Hormonwert bei Übergewicht und Erektionsstörungen testen lassen

Diabetes ist von außen nicht erkennbar! Auch schlanke Männer können betroffen sein. Deshalb: Bei Symptomen, wie Erektionsstörungen, Libidoverlust, Antriebsschwäche oder starker Gewichtszunahme immer auch an den Blutzucker denken! Machen Sie den Test!

Männer mit Diabetes mellitus Typ 2 haben oft auch einen Testosteronmangel, weshalb sie sogar früher versterben können. Andererseits, und dies zeigte sich im Ergebnis einer aktuellen Studie der DGMG sehr eindrucksvoll, tragen Männer mit Hormonmangel auch ein deutlich höheres Diabetesrisiko – ein Teufelskreis?

Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG) veröffentlichte kürzlich die ersten Ergebnisse einer eigenen bundesweiten Querschnittstudie namens „20.000er Testosteron-Studie“. Darin untersuchten Mediziner das Blut von mehr als 20.000 Männern im Alter zwischen 18 und 100 Jahren auf ihren jeweiligen Testosteronwert. Das Ergebnis: „Fast jeder Siebte litt unter einem erheblichen Testosteronmangel, mit Werten unter 2,5 ng/ml“, so PD Dr. med. Magnus Baumhäkel, einer der beiden federführenden Studienautoren und Vorstandsmitglied der DGMG. Ein solch ausgeprägter Hormonmangel bleibt jedoch nicht ohne Folgen. So zeigte sich: Unter anderem hatten die betroffenen Männer sehr viel häufiger Bluthochdruck (+ 41 %) sowie Diabetes (+ 68 %; siehe Abb. 1).

Das gleiche bestätigte sich ebenso in weiteren internationalen Studien. Das Männerhormon Testosteron und Diabetes stehen in einem sehr engen Zusammenhang, mit durchaus ernsten Folgen für die Männer. „Wir gehen derzeit davon aus, dass Männer mit einem Testosteronmangel und einem Typ-2-Diabetes deutlich früher versterben als Nicht-Diabetiker – im Schnitt haben Diabetiker ein um etwa 6-8 % höheres Sterberisiko. Deshalb sollten Männer mit Erektionsstörungen, Diabetes oder mit großem Übergewicht einmal ihr Testosteron beim Arzt bestimmen lassen“, empfiehlt PD Dr. med. Tobias Jäger, der zweite Studienautor der „20.000er Testosteron-Studie“, Urologe sowie Vorstandsmitglied der DGMG.

Männer sind Vorsorgemuffel.

„Männer gehen noch immer oft erst dann zum Arzt, wenn die Schmerzen oder Funktionseinschränkungen im Alltag zu auffällig oder sogar schließlich zu einer Belastung werden“, erfasst Prof. Dr. med. Frank Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V., das Problem. Dennoch können meist bereits kleinste Anzeichen auf eine beginnende Grunderkrankung hinweisen. So fällt Mann vielleicht auf, dass „sein bestes Stück“ nicht mehr auf Kommando steht. Erektionsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben. Neben psychischen Belastungen, wie Stress, sind immer häufiger auch Durchblutungsstörungen der Grund für Erektionsprobleme. Zum einen können kleinste Veränderungen an den Blutgefäßen im Penis ein Hinweis auf beginnende Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein, aber nicht sel­ten liegt auch ein bis dahin unentdeckter Diabetes mellitus Typ 2 vor, umgangssprachlich auch als Alterszucker bekannt, der ebenfalls über längere Zeit die Blutgefäße schädigt. Übrigens: Nicht nur Übergewichtige, sondern auch normalgewichtige Männer können Diabetiker sein!

Was vorbeugend getan werden kann

„Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. fordert und fördert klar, dass Männer ab 45 Jahren – oder im Falle von Beschwerden, wie beispielsweise bei Diabetes oder Erektionsstörungen, auch früher – regelmäßig die „Männer-Inspektion“ beim Arzt wahrnehmen. Nur dadurch lassen sich alters- oder krankheitsbedingte Veränderungen des Körpers frühzeitig erkennen und meist noch sehr viel einfacher behandeln“, rät Prof. Dr. med. Frank Sommer.

Daneben ist es zusätzlich ratsam, durch Gewichtsreduktion und einen aktiveren Lebensstil sowohl das Diabetesrisiko sowie auch das Risiko eines Testosteronmangels deutlich zu verringern.