Pressemitteilung - Oktober 2010

„Männer betreiben Reparaturmedizin!“

  • Impotenz kann Hinweis auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein
  • Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit entwickelt Vorsorgeprogramm „U25“ für junge Männer

Fast jeder zweite Mann in Deutschland ist zu dick, aber nur rund jede dritte Frau. Männer erkranken sehr viel häufiger an Tumorerkrankungen und Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems und sterben fast sechs Jahre früher als Frauen. Ein entscheidender Grund für den schlechteren Gesundheitszustand ist, dass Männer sehr viel seltener an Früherkennungsuntersuchungen und Präventionsprogrammen teilnehmen. „Männer gehen zur Vorsorge, wenn sie bereits Beschwerden haben. Das ist dann natürlich eher weniger präventiv wirksam“, sagt Prof. Dr. Theodor Klotz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit (DGMG). „Frauen sind das klügere Geschlecht. Frauen betreiben Vorsorge-, Männer Reparaturmedizin“, so Klotz weiter. Nicht selten sind es die Frauen, die die Männer zum Arztbesuch bewegen.

Obwohl der Grundstein für viele Erkrankungen bereits in jungen Jahren gelegt wird, sind für junge Männer keinerlei gesetzliche Vorsorge-Untersuchungen vorgesehen. Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit hat deshalb das Vorsorgeprogramm „U25 – Starke Männer sorgen vor“ für junge Männer zwischen 18 und 35 Jahren entwickelt.

Durch das neue Vorsorgeprogramm können schwerwiegende Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Impotenz kann auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen

Auch das Thema Impotenz - medizinisch erektile Dysfunktion genannt - sollte bei der Vorsorge-Untersuchung angesprochen werden. Allzu oft wird sie als männliche Befindlichkeitsstörung belächelt. Als eine Einschränkung, die nicht weiter ernst zu nehmen ist, da sie kein bedrohliches Krankheitsbild darstellt. Heute weiß man, dass die erektile Dysfunktion oft einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorausgeht. Denn Ursache der Impotenz können – wenn psychische Faktoren oder Partnerprobleme ausgeschlossen sind – verengte Blutgefäße im Penis sein. Das wiederum ist häufig ein Hinweis auf Durchblutungsstörungen im Herz-Kreislauf-System.

Der Anamnesebogen

Um den aktuellen Gesundheitszustand zu erfassen und eventuelle familiäre Vorbelastungen zu erkennen, füllt der Patient zunächst einen Fragebogen zur Familien- und Sportanamnese aus. Hier wird zum Beispiel nach durchlebten Kinderkrankheiten, nach Erkrankungen in der Familie und bereits durchgeführten Operationen gefragt.

Die Auswertung des Fragebogens ermöglicht dem Arzt einen ersten Überblick über Vorerkrankungen. Sollte es erforderlich sein, kann der Patient zusätzlich ein Ernährungsprotokoll über den Zeitraum von vier Tagen ausfüllen.

Der Diagnosebogen

Im Anschluss an die Auswertung des Anamnesebogens erfolgen verschiedene Untersuchungen für eine erste Diagnose. Gewicht und Größe, Bauchumfang und Body-Mass-Index werden bestimmt, Blutdruck und Ruhepuls gemessen. Zu den Blutuntersuchungen gehören die Bestimmung des Blutzuckers, der Cholesterinwerte und des Gesamt-Testosteron. Je nach Gesundheitszustand des Patienten kann der Arzt den so genannten AMS-Score zur Ermittlung des Männergesundheitsstatus bestimmen oder den IPSS-Score, der etwas über Prostata- und Blasenerkrankungen aussagt. Unter Umständen sollten auch Herz-Kreislauf-Untersuchungen erfolgen.

Anhand der Ergebnisse entscheidet der Arzt über weitere Vorsorge-Untersuchungen und gegebenenfalls Therapien. In einem individuellen Gesundheitspass werden die wichtigsten Parameter festgehalten.

Patienten sollten ihren Arzt nach der neuen Vorsorge-Untersuchung fragen. Trotz der Bedeutung dieser Vorsorgeuntersuchung ist sie derzeit noch keine Kassen-, sondern eine Selbstzahler-Leistung.

Kontakt

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Cornelia Färber
Tel.: (0 61 72) 96 61 31, mail(at)mann-und-gesundheit.com
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